Hach war das eine Sternstunde der Diplomatie. Die Anti-Rassismus Konferenz der Uno in Genf hat vor allem zwei Dinge gezeigt: Zum einen dass Rassismus auf internationalem Parkett wieder salonfähig ist, was an sich schon gerade zu grotesk ist, und zum anderen das Sensibilität nicht das Gebot der Stunde ist. Ahmadinedschad eine Rede halten zu lassen und das auch noch zu solch einem Anlass wäre damit zu vergleichen, wenn Josef Ackermann mit einem Victoryzeichen den Parteitag der Linken feierlich eröffnen würde.
Doch es gab auch Positives auf dieser symbolisch aufs härteste geschändeten Konferenz. Nachdem der iranische Präsident in seiner gewohnt charmanten Art Israel verbal zum Teufel geschickt hatte, verließen einige Konferenzteilnehmer „erbost“ den Saal. Da wurde doch mal ein Zeichen gesetzt. Lächerlicher sind wohl nur die Sanktionen gegen den Iran in den vergangenen sechs Jahren.
Doch die Staatsmänner sämtlicher westlicher Demokratien, allen voran Barack Obama, der im Super-Nanny Stil alle schwierigen Kinder der internationalen Politik zur Vernunft rufen will, werden nicht müde zu betonen, dass der Konflikt friedlich gelöst werden muss. Sehr gut, Wasser auf die Mühlen der Blind-Pazifisten. Stoff für die Gebrüder Grimm. Der Iran gibt nach sachlich geführten Diskussionen vernünftigerweise sein Atomprogramm auf, außerdem verspricht er Israel auch ganz bestimmt nicht weh zu tun. Danach wird getanzt und gesungen.
Offensichtlich sind manche Menschen immer noch nicht in der Realität angekommen. Der Iran wird niemals friedlich klein beigeben, schon gar nicht auch nur in irgendeinerweise Israel entgegen kommen, zumindest solange nicht, wie dieser völlig fanatische Holocaust-Leugner die Zügel in der Hand hält. Die Erfolge von Diplomatie durch Sanktionen lassen sich auch sehr gut am Beispiel Nordkorea ablesen. Doch wenn Meldungen über israelische Militärübungen bekannt werden, wird mit größtem Eifer erklärt, dass ein Angriff Israels auf den Iran absolut inakzeptabel sei. Natürlich, wer würde auch schon mit dem Gedanken spielen sein Nachbarland anzugreifen, wenn dieses dem eigenen Land regelmäßig mit brachialer Rhetorik die Zerstötung und Ausradierung androht und nebenbei fleißig an Nuklearwaffen bastelt? Diese verrückten Zionisten…
Ein weiteres Thema dieser Woche: Es gibt zu wenig Bienen. Durch verschieden Faktoren wie das Wetter oder die zunehmende Pestizidmenge auf deutschen Landwirtschaftsflächen hat sich die Bienen Population radikal verkleinert. Wer jetzt einen drastischen Einbruch der Honigindustrie befürchtet und staatliche Hilfen fordert (in diesem Fall wäre wohl auch die Zulieferbranche zu vernachlässigen) sollte bitte nicht die Rolle der Bienen in der Pflanzenbestäubung vergessen. Ohne Bienen keine Pflanzen, einfacher Gedankengang. Doch das Bienensterben bietet auch ungeahnte Möglichkeiten. In Zukunft müssten dann deutsche Arbeitslose eben nicht mehr auf Spargelfeldern ihre Hartz4 Sätze erarbeiten sondern Blumen bestäuben. Das wäre der sicherste Weg in die Vollbeschäftigung. Also liebe Arbeitslose, bitte in Zukunft zweimal überlegen ob die Fliegenklatsche ausgepackt werden soll, wenn sich ein Bienchen in die Wohnung verirrt hat.
Zu guter Letzt wäre da noch der Ausdruck der Woche „Soziale Unruhen“. Allein der Ausdruck an sich bewirkt bei mir schon extreme Unruhe. Was ist denn an Unruhen sozial? Werden Steine nur auf die Beine der Polizisten geworfen? Oder den Ladenbesitzern beim zusammenkehren der Schaufensterscherben geholfen?
Wir können uns wirklich glücklich schätzen solch brillante Analysten wie DBG Chef Sommer oder die Bundespräsidenten Kandidatin der SPD Schwan in unserem Land zu haben. „In der deutschen Bevölkerung mache sich Wut und Unzufriedenheit breit“. Die Schlussfolgerung daraus sei, dass es eventuell zu ‚Sozialen Unruhen’ kommen könnte oder um es mal nüchtern zu sagen: Randale in deutschen Innenstädten. Man kennt das aus Griechenland oder wenn man etwas weiter zurückgeht, in den Pariser Banlieus als Reaktion auf einen Kärchernden Sarkozy. Doch nur in Deutschland werden für alle Grundsätzlich-Frustrierten wieder Quasi-Entschuldigungen mitgeliefert – frei nach dem Motto die Gesellschaft ist selber schuld. Das man so etwas vom Gewerkschafts-Neandertaler Sommer erwarten kann oder leider muss, ist ja nichts Neues, von einer Frau die in Zukunft das Oberhaupt des Deutschen Staates sein will, allerdings nicht.
Man könnte das allerdings auch positiv sehen: Soziale Unruhen könnten sich zum Konjunkturpaket III entwickeln, die Glasfertigungsindustrie würde boomen, Textilfabrikanten mit Spezialisierung auf schwarze Kleidung mit gratis Sturmhaube könnten auf Kurzarbeit verzichten und vor allem Rechtsanwälte könnten sich vor Klienten kaum retten. Ich sehe schon die Anklagen, ein Polizist soll einen Demonstranten unnötigerweise mit seinem Knüppel zu Boden geschlagen haben und das nachdem ihm die lächerliche Anzahl von 15 Pflastersteinen an den Kopf geflogen ist – eine völlige Überreaktion des Beamten.
In eine ganz andere Richtung geht der Vorschlag von Oskar Lafontaine. Er rief alle Parteien der Opposition zu einem politischen Generalstreik auf. Ich wette, dass er es nicht schafft sich sechs Monaten aus dem politischen Geschehen heraus zu halten.
Gott, würde ich diese Wette gerne verlieren.